Ist der klassisch starke Kerl noch zeitgemäß?

 Ist der klassisch starke Kerl noch zeitgemäß?

Ist der klassisch starke Kerl noch zeitgemäß?

Die Debatten über Geschlechtergerechtigkeit und Sexismus der vergangenen Jahre haben einen klaren Verlierer: das traditionelle Männerbild vom durchsetzungsstarken, emotional beherrschten Karrieremacher und Familienversorger, der Probleme wortkarg, bisweilen mit Gewalt und gern mal mit Alkohol bekämpft. Ein Klischee? In der Playboy-Umfrage des Monats gehen wir der Sache auf den Grund...

Grafik: Action Press

Die Deutschen erklären das traditionelle Verständnis vom Mann als starkem Macher, Beschützer und Familienernährer mehrheitlich für überholt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Norstat im Auftrag des Playboy. Demnach empfinden 58,5 Prozent der Deutschen (64,5 % Frauen und 52,4 % Männer) das genannte männliche Rollenverständnis als „nicht mehr zeitgemäß“, 27,7 Prozent der Befragten (21,8 % Frauen und 33,7 % Männer) hingegen nennen es „zeitlos vorbildlich“.

Die Eigenschaften, die die Deutschen am ehesten mit klassischer Männlichkeit assoziieren, sind Mut, Durchsetzungsvermögen, Tapferkeit, Risikobereitschaft und Tatendrang. Männer seien im Vergleich zu Frauen, so die Mehrheitsmeinung, in ihrem Verhalten bis heute risikofreudiger (64,8 %), weniger auf ihre Gesundheit bedacht (60,7 %), eher beruflich als für die Familie engagiert (58,2 %) und weniger einfühlsam (45,9 %).

Mehr Emotionalität, Sensibilität und Empathie

Die Wunschliste an die Adresse der Männer wird angeführt von Appellen, sie sollten offener über ihre Gefühle sprechen, statt sie als vermeintliche Schwäche zu unterdrücken (63 % Frauen, 45,9 % Männer), sie sollten mehr auf ihre Gesundheit achten (54,9 % Frauen, 43,4 % Männer), sich mehr in Haushalt, Familie und Partnerschaft engagieren (51,6 % Frauen, 43 % Männer) und mehr Einfühlungsvermögen zeigen (47 % Frauen, 40,5 % Männer).

Muss das klassische Männerbild überdacht werden?

Mit der von ihnen erwünschten „modernen Männlichkeit“ assoziieren die Deutschen vor allem die Eigenschaften Emotionalität, Sensibilität und Empathie. Diese psychischen Faktoren sind besonders den jüngeren Befragten bis 30 Jahre wichtig, ältere Umfrageteilnehmer über 45 Jahre wünschen sich besonders Männer mit mehr Sinn für Familie und Gesundheit. Insgesamt 70,4 Prozent der Deutschen (74 % Frauen und 66,8 % Männer) halten die Forderung für richtig, das klassische Männerbild zu überdenken. Nur 7,2 Prozent der Deutschen halten diese Forderung für „unsinnig“.

Das Meinungsforschungsinstituts Norstat befragte für PLAYBOY 1038 repräsentativ ausgewählte Männer und Frauen in Deutschland.

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