Halloween - Warum tun wir uns das an?

Halloween - Warum tun wir uns das an?

Halloween – Warum tun wir uns das an?

Bald laufen wieder Zombie-Krankenschwestern und Vampire durch die Straßen. Ist der Spuk eine unheimlich gute oder dämliche Idee? In unserem neuen Teil von Pro/Contra geben sich unsere Redakteure David Goller und Max Krones Süßes und Saures.

Sind das die Ehrlich-Brothers, oder ist schon wieder Halloween? Die gruseligen Zauber-Brüder mit den Boygroup-Frisuren verbreiten zwar ordentlich Schauder, allerdings meist in geschlossenen Veranstaltungsräumen. Halloween dagegen ist überall: im Supermarkt, im Fernsehen, ja sogar jetzt hier im Playboy. Die Nacht im Jahr, in der erwachsene Männer sich als Spaßvögel herausputzen, mit Kürbisköpfen, Vampirkostümen und sich als Zaubergeister inszenieren. Warum tun wir uns das an?

1. Gebot: Du sollst Dich lächerlich machen

Ich fürchte, es ist ein Fluch. Dem Manne auferlegt, als der Mensch geschaffen wurde: Hin und wieder sollst du den Deppen geben. Den harmlosen Idioten. Die Frauen mögen uns bisweilen so: mit kitschigen Valentinstagsgeschenken in der Hand, theatralisch aufs Knie fallend oder tapsig Hochzeitswalzer tanzend – alles Stolperfallen fürs männliche Selbstbild und gerade deshalb große Liebesbeweise. Kein Wunder, dass wir immer wieder darauf hereinfallen und uns willentlich zum Horst machen.

Was der Mann von Welt als feine Selbstironie kultiviert, ist dem Mann vom Dorf die Nacht der Kürbisköpfe: Neckisch wie die Kinder, die von Haus zu Haus ziehen und Süßes sammeln, bettelt der Vampirlover um weibliche Gunst und trägt die Kapitulation seiner Restwürde mit weißen Plastikzähnen im Gesicht. Er könnte auch Saures geben und an diesem Abend zu Hause bleiben – stolz, aber allein auf dem Sofa. Beides nicht schön. Also ab in eine Kneipe ohne Kürbis-Grauen. Einen trinken gehen ohne Dracula-Gebiss. Und auf dem Heimweg versuche ich mein Glück noch bei der heißen Zombie-Krankenschwester vor der nächsten Halloween-Location. Denn dass ich den Horror nicht mitmache, heißt ja nicht, dass ich davon nicht profitieren kann.

Autor: Maximilian Krones

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